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Locked Box vs. Closing Accounts (Tax) – Auswirkungen auf SPA-Struktur und steuerliche Regelungen

Die Wahl des Kaufpreismechanismus – Locked Box oder Closing Accounts – beeinflusst maßgeblich die steuerliche Risikoverteilung sowie die Ausgestaltung der steuerlichen Klauseln im Unternehmenskaufvertrag (SPA). Nachfolgend geben wir einen Überblick über die Unterschiede aus steuerlicher Sicht und deren Auswirkungen auf den SPA-Aufbau. 

Locked Box – Steuerliche Auswirkungen auf Risikozuordnung und SPA-Klauseln 

Beim Locked-Box-Mechanismus wird der Kaufpreis auf Basis eines historischen Abschlusses festgelegt. Ab dem Locked-Box-Stichtag gehen die wirtschaftlichen Chancen und Risiken vertraglich weitgehend auf den Käufer über, während das rechtliche Eigentum erst mit Closing übertragen wird. Dies wirkt sich unmittelbar auf die steuerliche Risikozuordnung sowie die Struktur der steuerlichen Klauseln im SPA aus. 

Typische steuerliche Regelungsbereiche im SPA sind: 

  • Steuergarantien und Steuerfreistellungen (Tax Warranties & Indemnities), die regelmäßig auf den Zeitraum bis zum Locked-Box-Stichtag begrenzt werden, 

  • Verhaltenspflichten (Tax Covenants) des Verkäufers für die Zwischenperiode zwischen Locked-Box-Stichtag und Closing, um steuerliche Risiken aus außergewöhnlichen Maßnahmen zu vermeiden, 

  • Regelungen zum steuerlichen Leakage in der Zwischenperiode (Locked-Box-Stichtag bis Closing) sowie zur Zuordnung und Herausgabe von Steuererstattungen für Zeiträume vor dem Locked-Box-Stichtag, 

  • Vereinbarungen zur Abgrenzung von Steuern in der Zwischenperiode sowie zur Herausgabe von steuerlichen Vorteilen, die wirtschaftlich dem Käufer zustehen. 

Der Locked-Box-Mechanismus erfordert eine besonders klare vertragliche Absicherung des Status quo sowie eine präzise Definition der steuerlichen Stichtage. 

 

Closing Accounts – Steuerliche Auswirkungen auf Risikozuordnung und SPA-Klauseln 

Beim Closing-Accounts-Mechanismus erfolgt die endgültige Kaufpreisermittlung auf Basis einer zum Closing erstellten Stichtagsbilanz. Die wirtschaftliche und steuerliche Risikozuordnung knüpft damit stärker an den tatsächlichen Übergabezeitpunkt an. Der Verkäufer trägt grundsätzlich die Steuerrisiken bis einschließlich Closing, der Käufer ab dem Folgetag. 

Im SPA stehen regelmäßig folgende steuerliche Themen im Fokus: 

  • Steuergarantien und Steuerfreistellungen mit Bezug auf den Zeitraum bis zum Closing, 

  • steuerliche Mitwirkungs- und Informationspflichten des Verkäufers bis zum Vollzug der Transaktion, 

  • Regelungen zur Erstellung, Abstimmung und Kontrolle von Steuererklärungen für Vor- und Nachclosing-Zeiträume. 

 

Vergleich – Unterschiede in Risikoverteilung und Vertragsmechanik 

  • Locked Box bietet dem Verkäufer frühzeitige Planungssicherheit, erfordert jedoch detaillierte Regelungen zur Sicherung des wirtschaftlichen Zustands sowie zur Abgrenzung steuerlicher Risiken in der Zwischenperiode. 

  • Closing Accounts ermöglichen dem Käufer eine stärkere Kontrolle über die steuerliche Situation bis zum Closing, gehen jedoch mit höherem Abstimmungsaufwand und komplexeren Regelungen zur Kaufpreisanpassung einher. 

  • In beiden Fällen beeinflusst der gewählte Mechanismus zentrale steuerliche Themen wie die Behandlung von Steuererstattungen oder die Führung von Steuerverfahren. 

 

Fazit 

Die Wahl des Kaufpreismechanismus beeinflusst maßgeblich die steuerliche Risikoverteilung und die Struktur der steuerlichen Klauseln im SPA. Eine sorgfältige Ausgestaltung von Steuergarantien, Freistellungen und Verhaltenspflichten ist unerlässlich, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden und die Interessen beider Parteien angemessen zu berücksichtigen. 

Unsere Tax-Expertinnen und -Experten unterstützen Käufer und Verkäufer bei der optimalen Gestaltung der steuerlichen Regelungen im SPA – von der Definition steuerlicher Stichtage über die Strukturierung von Garantien und Freistellungen bis hin zur Begleitung der steuerlichen Due Diligence und Vertragsverhandlungen. 

 

 

 


English Version

 

The choice of purchase price mechanism – locked box or closing accounts – significantly affects the allocation of tax risks and the drafting of tax clauses in a share purchase agreement (SPA). Below, we outline the key differences from a tax perspective and their implications for SPA structure. 

Locked Box – Tax Impact on Risk Allocation and SPA Clauses 

Under a locked-box mechanism, the purchase price is determined based on historical financial statements. From the locked-box date onwards, economic risks and benefits are contractually allocated largely to the buyer, while legal ownership transfers only at closing. This directly affects the allocation of tax risks and the structure of tax provisions within the SPA. 

Typical tax-related provisions include: 

  • tax warranties and tax indemnities limited to periods up to the locked-box date, 

  • tax covenants governing the seller’s conduct during the interim period between the locked-box date and closing, 

  • provisions addressing tax leakage during the interim period and the allocation of tax refunds relating to periods prior to the locked-box date, 

  • rules governing the allocation of taxes in the interim period and the transfer of tax benefits economically attributable to the buyer. 

The locked-box mechanism therefore requires clear contractual protection of the status quo and precise definition of relevant tax cut-off dates. 

 

Closing Accounts – Tax Impact on Risk Allocation and SPA Clauses 

Under a closing-accounts mechanism, the final purchase price is determined based on financial statements prepared as of closing. Economic and tax risk allocation is therefore more closely linked to the actual transfer date. As a general principle, the seller bears tax risks up to and including closing, while the buyer assumes tax risks thereafter. 

The SPA typically focuses on: 

  • tax warranties and tax indemnities covering periods up to closing, 

  • tax cooperation and information obligations of the seller until completion of the transaction, 

  • rules governing the preparation, review and filing of tax returns for pre- and post-closing periods. 

 

Comparison – Differences in Risk Allocation and Contractual Mechanics 

  • Locked box provides early planning certainty for the seller but requires detailed contractual provisions to safeguard the economic position and to allocate tax risks during the interim period. 

  • Closing accounts allow the buyer greater control over the tax position up to closing but involve a higher coordination effort and more complex purchase price adjustment mechanisms. 

  • In both cases, the selected mechanism affects key tax matters such as the treatment of tax refunds and the conduct of tax audits and proceedings. 

 

Conclusion 

The choice of purchase price mechanism has a significant impact on tax risk allocation and the structure of tax provisions in the SPA. Careful drafting of tax warranties, indemnities and covenants is essential to avoid post-closing disputes and to adequately protect the interests of both parties. 

Our tax experts support buyers and sellers in structuring tax provisions in SPAs – from defining relevant tax cut-off dates and drafting warranties and indemnities to assisting with tax due diligence and contract negotiations. 

 

 

 

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